Archiv für die Kategorie ‘Philosophische Gedanken’

 
Die Vorfälle und Reaktionen der letzten Tage haben mich dazu veranlasst, meine Gedanken über Manipulation und Propaganda etwas leidenschaftsloser zusammen zu fassen.
Ein Artikel wie „gehirnamputiert“ kann natürlich sehr polemisch und plakativ angesehen werden. Und war es sicher auch.
Ich habe mich aufgeregt …

Aber gerade durch diese Aufregung kam vielleicht der Hintergrund gar nicht so zum Vorschein, worum es mir geht. Und was dieser Fall in seiner Medienpräsenz eigentlich in mir ausgelöst hat. In welches Töpfchen er bei mir gefallen ist.

Es ging in den Konfrontationen noch immer viel zu viel um Frau Jolie, die aber in meinen Augen auch nur ein Werkzeug ist.
Das Problem war und ist aber doch, dass es mit der Beschreibung ihrer Persönlichkeit zusammenhängen musste, um zu erklären, wie krass mir der Fall erscheint. Weil der Psychosomatik damit Tür und Tor geöffnet wurde. Genauso, wie die Konzentration auf den Brustkrebs ja nur ein einseitiges Bild zeichnen konnte. Der betroffene Frauen natürlich sofort auf die Barrikaden rief, weil sie meinten, ich würde der Krankheit zu wenig Bedeutung beimessen. Ich würde mich gegen die Frauen wenden.
Nein, nein, es geht mir um Manipulation und Propaganda, die durch diesen Fall wieder einmal die Masken fallen ließen. Für mich …

* * * * *

Ich gehe davon aus, dass die westliche Welt an und für sich eine Manipulationsgesellschaft ist. Dass der individuelle Anteil so gering wie möglich gehalten wird, um die Massen dorthin dirigieren zu können, wo man sie haben will.

Mein Zugang ist ein anderer. Ich komme von der Individualpsychologie. Sie hat mir das Leben gerettet …

In unserer Gesellschaft wird dem Einwirken von außen weitaus größerer Raum gegeben als dem Wirken des Einzelnen in sich selbst.
Deshalb werden ihm gewisse Regeln für seinen Körper vorgesetzt – weil dieser ja als real angesehen wird und vergleichbar scheint – die deshalb als allgemeingültig auf kollektiv unbewusster Ebene in die Menschen abgesenkt werden.
D.h. es wird ein Bild der Öffentlichkeit geschaffen, dem sich der Einzelne fast nicht entziehen kann, weil er die vielen Bereiche nicht gesondert hinterfragen kann.

Der Mensch sucht sich also eine Handvoll Bereiche heraus, wo er versucht, entweder mitzugehen oder zu opponieren. Aber über das kollektive Unbewusste, das er auf diese Weise nicht abwehren kann, werden immer wieder Vorgänge in ihm abgespeichert.
Und das oft auf Umwegen.

Der einzige Schutz:
Der Mensch muss sein Selbstbewusstein über das Selbstgefühl stärken und nicht über die Informationen der Außenwelt.

Wenn wir die Augen aufmachen, sehen wir sofort, dass dies absolut nicht so läuft, sondern total konträr. Die Menschen suchen Schutz in vermeintlicher Gleichgesinnung. Doch diese Gleichgesinnung wird manipuliert. Weil die Gesellschaft dadurch zu einem homogenen Objekt wird, das man natürlich wesentlich leichter lenken kann, als viele, viele Einzelobjekte.

Das ist mein Ausgangspunkt.
Oder einer. Denn der andere ist natürlich mein Informationsstand über Psychologie, der wahrscheinlich überdurchschnittlich ist.
Im Prinzip gehören die beiden aber zusammen, weil sich aus der psychologischen Grundlage des Menschen diese ganzen Strukturen ergeben. Man muss also die Unzahl an persönlichen Strukturen auf einen einzigen Punkt bringen, wo alle Menschen ansprechbar und lenkbar sind.

Denn je sicherer sich ein Mensch in sich selbst fühlt, desto weniger ist er von außen beeinflussbar.
Nun sind wir aber alle nicht von allein selbstsicher. Jeder erleidet auf dem Weg zu seiner Individuation Verletzungen. Manche mehr, manche weniger, manche ganz schwere, manche nur leichte, manchen werden sie bewusst zugefügt, den meisten unbewusst.

Diese Verletzungen erzeugen in dem Menschen Angst. Ganz klar.
Er versucht sich davor zu schützen. Üblicherweise mit Fokus auf Bereiche, die ihm sicher erscheinen. Andere werden ausgeblendet.
Aber eben nur ausgeblendet. In seinem Inneren sind sie vorhanden und vollführen auf unbewusster Ebene ihr Werk. Ambivalenzen zum Bewusstsein sind die Folge, diese führen zu Neurosen. Die Neurose sucht sich einen Ausdruck. Manchmal in psychischen Störungen, oftmals in körperlichen Krankheiten.

Der unbewusste Anteil eines Menschen ist um ein Vielfaches größer als sein bewusster. Das ist auch zu seinem Schutz. Denn wäre das nicht so, müsste er ja verrückt werden. Wenn er alles bewusst wahrnehmen müsste!
Seinen unbewussten Anteil erreicht der Mensch aber nur über sein Gefühl. Eh klar, wenn etwas im Gehirn denkfähig wird, ist es nicht mehr unbewusst …

Wenn nun die Angst vor dem Gefühl liegt, mit welchem der Mensch auf seine unbewussten Anteile zugreifen könnte, dann ist eigentlich irgendwie logisch, was dann passiert. Er muss seine Handlungen aus seinem Bewusstsein nähren.

Da also jeder Mensch Angst anerzogen bekommen hat, ist sie der große gemeinsame Nenner!

Und auch wenn die Ängste ganz unterschiedlicher Art sind, so kann man jeden über die Angst erreichen.

Deshalb wird von den Machthabern die Angst geschürt. In so vielen Bereichen wie nur möglich. Und zwar auf eine sehr subtile Weise. Es werden bewusste, logisch erscheinende Vorgänge propagiert, in deren Inhalt jedoch die Angst machenden Botschaften nahezu unsichtbar versteckt sind.
Da es so viele unterschiedliche Ängste sind, pickt sich der Einzelne nur diejenigen heraus, von denen ihm sein Bewusstsein vorgibt, dass sie ihn selbst betreffen. Und sucht dafür den Schulterschluss zu Anderen, die die eigenen Ängste teilen.
Und seltsamerweise so gut wie nie Jene, die diese Angst nicht teilen, obwohl diese ja eigentlich etwas wissen könnten, das diese Ängste vertreibt oder nicht aufkommen lässt, oder wie man mit ihnen umgehen könnte. Denn die stören das Gefühl der Sicherheit.

In unserer Gesellschaft geht alles um Wirtschaft und Konsum. Dort liegt die wahre Macht. Medien und Politik sind willige Handlanger, weil sie sich dadurch wieder selbst vorgaukeln können, dass SIE die Macht haben. Und über diese Schiene wird vorgegaukelt, dass in der Masse die Sicherheit liegt. (Ich empfehle Elias Canetti: Masse und Macht).

Doch in der Masse liegt absolut keine Sicherheit!
Weil dort der Einzelne nichts Wert ist und deshalb dem Gesamten jederzeit geopfert wird, ohne auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden.

Und all das habe ich in diesem Fall so brutal vor Augen geführt bekommen. Und bin schwer erschüttert, weil ich merke, wie wenige Menschen sich heute dem vorgegeben Modell noch entziehen können und zu welchen Mitteln gegriffen wird. Dass z.b. Organe von Menschen unbedeutend werden, wenn es darum geht, die Macht zu behalten. Dass der Respekt vor dem Körper des Einzelnen brutalst geopfert wird, um Dinge durchzuziehen, und alles unter dem Mäntelchen, den Menschen helfen zu wollen.

Ich muss jetzt aufhören, denn ich spüre, wie es schon wieder auf mich überschwappt …wie ich schon wieder kotzen gehen könnte …

© evelyne w.

 

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I.

An und für sich geht es mir am sogenannten Irgendwo vorbei, was die Heroinen der Gazetten so treiben. Oder sagen wir, meistens. Größtenteils gehen die Ereignisse ja sowieso an mir vorbei, weil ich keine Hochglanzleserin bin. Aber es gibt schon Fälle, wo ich mich darüber aufregen kann. Und manchmal sehr.
Und jetzt gibt es gerade wieder einen solchen.
Ja, ja, auch mich beschäftigt der Fall der Angelina Jolie. Weil ich an der Geschichte ja beim besten Willen nicht vorbeikam, gibt es doch kein Medium, das frei davon ist.

Wie krank muss man sein, dass man sich gesunde Körperteile amputieren lässt?
Und wie krank muss eine Gesellschaft sein, dies dann noch zu bejubeln, es als heldenhaft und tapfer anzusehen?

Ich habe es schon lange vermutet. Ein großer Teil der Menschheit ist krank.
Vielleicht bereits gehirnamputiert. Um Schlaganfälle zu vermeiden.

Das Krebs-Gen. Nun ja, das tragen wir wohl alle in uns. Natürlich wahrscheinlich Manche mehr und Manche weniger. Wie bei allen Genen.
Aber kann man wirklich glauben, dass man sich durch eine Amputation davor schützen kann?

Seit Jahrzehnten predigt die Wissenschaft, dass der psychosomatische Anteil an fast so gut wie allen Krankheiten der weitaus höchste ist. Dass die Neurosenwahl als größter Verursacher, auch für Krebs, gilt.
Doch in dieser Form vorzusorgen, das fällt den wenigsten ein.

Prinzipiell kann bei mir jeder machen, was er will. Und wie er mit seinem Leben zurecht kommt, muss er für sich selbst entscheiden.
Dieser Grundsatz hört bei mir auf, wo dieses Für-sich-selber-machen Übergriffe auf Andere bedeutet. Und hier wird manipuliert! Und wie.

Ich frage mich wirklich, käme jemand auf die Idee sich die Haut abziehen zu lassen, weil er Hautkrebs gefährdet ist? Lässt sich jemand das Herz herausnehmen, weil er Herzinfarkt gefährdet ist?
Gefährdet! Nicht krank!

Ich habe noch meinen Blinddarm. Aber ich käme nicht auf die Idee, ihn mir vorsorglich nehmen zu lassen, weil ein Blinddarmdurchbruch tödlich sein könnte.

Es gibt Menschen, die gehen nicht auf die Straße, weil sie Angst davor haben, dass sie überfallen werden, dass ihnen ein Blumenstock auf den Kopf fällt oder ein Auto sie überfahren könnte.
Sie vergessen dabei, dass durch Tür- und Fensterritzen noch viel größere Gefahren schleichen können, abgesehen davon, dass jemand die Tür aufbrechen könnte und ihnen heutzutage auch ein Flugzeug auf das Haus fallen könnte.
Die krankhafte Anwandlung in einem solchen Verhalten würde aber wohl jeder sofort auf den ersten Blick erkennen.

Also frage ich mich: Wieso hier nicht?
Wieso wird hier bejubelt?

Für mich ist dieser Fall aber nicht nur ein typischer dafür, dass die Gesellschaft zur Angst manipuliert wird. Sondern auch, dass der psychischen Hygiene und Gesundheit ein viel zu geringer Aufmerksamkeitsgrad zugestanden wird.

Was diese Frau getan hat, ist ein ganz schlimmer Akt der Selbstverstümmelung! Und nichts anderes. Da ist nicht daran zu rütteln.

Die Magazine sind voll mit Selbstbeschädigungen und –verstümmelungen jeder Art. Jede Operation, die nicht der Gesundheit dient, ist eine solche. Die krausen Diäten, der Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Aufspritzungen und Absaugungen, und vor allem die Tätowierungen und Piercings legen Zeugnisse davon ab, wie sehr der Mensch sich an sich selbst vergreift.

Leider legen sie auch ein Zeugnis davon ab, wie wenig der Mensch Mensch bleiben will und wie wenig Mensch er heute schon ist.

 

II.

Ich gehe dann immer ins Gericht mit mir, wenn mich etwas so stark in Anspruch nimmt. weil ich weiß, dass es etwas mit mir zu tun haben muss.
Und in der Zwischenzeit glaube ich, ich weiß auch, was das ist.

Das ist diese Hilflosigkeit, die ICH manchmal verspüre, wenn ich so fassungslos davor stehe, was in dieser Welt abgeht und die Menschen wie die Lemminge hinterherhecheln.

Natürlich machen mir auch Kriege Angst, machen mich die Meldungen darüber wütend und auch dort ist es ja die Wirtschaft, die das alles lenkt und Medien und Politik sind nur willige Handlanger.
Aber ich gehe ja immer von innen nach außen, also von mir über meine Nachbarn in die Welt.
Und hier bin ich natürlich unmittelbarer betroffen. Weil ja mein Bekannten- und Freundeskreis ebenfalls entsprechende Meldungen abgibt. Diese unmittelbare Beteiligung meines Umfelds macht MIR Angst.

Und ich deshalb sehe, WARUM es in der Welt so abgeht. weil viel zu wenige Menschen wirklich nachdenken, sondern sich von ihrer Angst leiten lassen.
Und die Wut ist mein Kanal, um zu entlasten.

Hier hängt natürlich ein ganzer Rattenschwanz dran. In erster Linie die Pharmaindustrie, die ja diese Tests herstellt und sie patentiert hat.
Wofür sollten diese Tests gut sein, wenn die Frauen dann „nur“ wissen, dass sie ein erhöhtes Krebsrisiko haben? Und warum sollte man Frauen überhaupt in dieser Form zusätzlich ängstigen? Doch nur wenn Taten folgen und die Operationswirtschaft dadurch gepusht wird.
Dass Chirurgen sowieso gerne schneiden, das wissen wir sicher alle. Die fragen oder fackeln nicht lange herum, ob wirklich notwendig oder nicht. Und wenn noch Ruhm damit verbunden ist …

Dazu kommt, dass diese Tests aus finanziellen Gründen natürlich nur einer gewissen Schicht vorbehalten sind. Und Milliarden von Mittel- und Unterstandsfrauen leiden nun nicht mehr nur an ihrer Krebsangst, sondern auch daran, dass sie sich diese wunderbaren „Schutz“mittel nicht leisten können.
Da sie aber natürlich einer breiteren Masse zugängig gemacht werden müssen, um wirklich satte Kohle zu bringen, müssen alle diese Frauen ins Boot geholt werden.

Und so weiter …

Wie gesagt, die Jolie … ach, die geht mich prinzipiell nix an. Ich kenne sie nicht und will sie auch nicht kennen.
Ich habe in meinem Umfeld genug an gestörten Persönlichkeiten, mit denen ich mich auseinandersetzen kann – und da auch will.
Aber dass die eine enorm gestörte Persönlichkeit ist, das hüpft einem aus jedem Bild und jeder Zeile, die man über sie liest, entgegen. Und dass sie ein Schuldgefühl ihrer Mutter gegenüber hat, das sie zur Verstümmelung ihres eigenen Körpers führt, sollte meiner Meinung nach ein Fallbeispiel in einem entsprechenden Psychologiesachbuch sein und nicht als Heldentat der Masse vorgesetzt werden.

Dazu kommt noch etwas.
Eine Brustamputation ist ja nicht einfach, dass man sich ein Wimmerl wegschneiden lässt.
Wie wohl viele aus leidvoller Erfahrung wissen, sind diese Operationen mit viel mehr und längeren Behandlungen verbunden. Mit einschneidenden Veränderungen des weiblichen Körpers.
Wenn sich eine Frau dem freiwillig aussetzt, dann hat sie mit Sicherheit ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Weiblichkeit.

Auf der einen Seite einen Kinderwahn zu hegen und sich auf der anderen Seite die gesunden Brüste und Eierstöcke entfernen zu lassen, deutet absolut nicht auf Verantwortungsgefühl hin, sondern auf Schuldgefühle, für die man die Verantwortung abgeben will.

Und dann frage ich mich noch, ob es bei Männern auch so leicht wäre. Ob ein Mann sich seinen gesunden Schwanz abschneiden ließe, weil er durch diesen einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt zu sein scheint. Und vor allem, was die anderen Männer dazu sagen würden …

 

III.

Da es die manipulative und deshalb auch psychologische Seite an dem Fall ist, der mich so besonders interessiert, habe ich mich in meinen Sachbüchern hier ein bisschen umgesehen. Denn mein Wissen über Selbstverstümmelung kommt ja nicht einfach so von mir, sondern ich habe in meiner psychologischen Fortbildung darüber gelernt.

Sofort fündig geworden bin ich bei Mathias Hirsch, in seinem Buch „Der eigene Körper als Objekt“, Zur Psychodynamik selbstdestruktiven Körperagierens.
Ich habe auch noch andere hier, aber ich möchte das nicht zu wissenschaftlich hier angehen. Aber doch einige sehr aussagekräftige Punkte zitieren.

Heißen tut das Phänomen: Selbstinduzierte chirurgische Viktimisierungen

Und ich greife wirklich nur ein paar Punkte heraus (S. 159):

  • … Die Möglichkeit, dass ein trotz zahlreicher bereits stattgehabter Operationen vom Patienten selbst nahegelegter erneuter chirurgische Eingriff nicht nur etwas mit der objektiven Verursachung seiner Beschwerden, sondern auch mit psychopathologischen relevanten Faktoren zu tun haben könnte, wird nur sehr selten in Erwägung gezogen …
  • … drängen sich neurotische Patienten oft selbst dem Chirurgen auf, um ihn zu einer Operation zu veranlassen. Besser noch als durch hysterische Symptome ließen sich unbewusste Wünsche durch chirurgische Eingriffe befriedigen. Dem Patienten wird es nicht an Mitteln fehlen, einen Zustand herbeizuführen, den selbst der gewissenhafteste Chirurg als Indikation, wenn nicht als zwingenden Grund zu einer Operation ansehen wird …
  • … Indem der Patient den Chirurgen zu Handlungen verführt, die die Integrität seines Körpers beschädigen, wirkt er an seiner eigenen Viktimisierung mit …
  • … bei der Operationssucht fehle die verleugnete heimliche Selbstmisshandlung, während die Wahl des operierten Körperteils eine unbewusste Bedeutung dieser Organe symbolisiert …
  • … Es sind heimliche Selbstmisshandler beschrieben, denen auf Wunsch Glieder amputiert wurden …
  •  

    Die Frage ist natürlich nun: Warum?

    Wie gesagt, A.J. hat meines bescheidenen Erachtens nach, enorme (gerne auch zugestanden: unbewusste) Schuldgefühle. Und ziemlich sicher ihrer Mutter gegenüber, für deren Tod sie sich dadurch verantwortlich fühlt. Das muss sie selbst aber keineswegs so sehen und deshalb mit voller Absicht auf diese Art manipulativ agieren! Nur, dass kein Missverständnis entsteht.
    Und gerade deshalb ist diese Frau ein höchst bedauernswertes Geschöpf.
    Sie hat auch die entsprechende Vergangenheit und zeigt auch in ihrem Leben an vielen Seiten Bestätigung dieser inneren Landschaft.
    Ihr übertriebener Kinderwunsch, der bis zum Kinderkauf geht. Ihre Rastlosigkeit, an keinem Ort bleiben zu können, ihre Mediengeilheit, wenn es um ihre „Wohltaten“ geht, ihr in den Vordergrund gerückter Sexappeal, sie hat überdies bekanntermaßen eine Drogen- und Cuttervergangenheit, und ihr Hang zu Tätowierungen ist auch offensichtlich.
    Das ist keine Pauschalverurteilung, sondern wie gesagt, das sind Punkte, dafür muss man die Frau gar nicht näher kennen, um einiges über ihre psychologische Organisation erkennen zu können.

    Gut, das ist die eine Seite. Warum ich mich dieser so ausführlich widme, obwohl es mir gar nicht um Frau Jolie geht, liegt darin, dass ich aufzeigen möchte, wie sehr ein kranker Mensch als Heldin aufgebaut wird, um an ganz anderer Seite ungestört werkeln zu können.
    Keine Titelseite wird in diesen Tagen von den Ereignissen in Pakistan oder Syrien
    bestimmt …

    Und die Zeitgeistmafia manipuliert über die Angst 90 % der Frauenwelt und ein Gutteil der zugehörigen Männer noch dazu.

    Und dafür erscheint es mir notwendig, den Mythos dieser Frau aus dieser Perspektive zu beleuchten. Nicht, um sie anzuprangern. Sie ist ein armes Würmchen, das von Angst, Panik und Schuldgefühlen zerfressen wohl keine Nacht ruhig schlafen kann und sich in ihrem Körper nicht zu Hause fühlt. Und dafür hat sie mein liebevolles Bedauern von Frau zu Frau.

    Aber vielleicht kann ich irgendeiner anderen Frau dazu verhelfen, ihren nicht amputierten gesunden Menschenverstand dafür zu verwenden, sich nicht in diese Maschinerie hineinziehen zu lassen.

    © evelyne w.

     

     
    Ein halbrunder steht an. Und man glaubt es nicht, wieviele Menschen deshalb schon ganz aufgeregt sind. Mein Landeshauptmann hat mir bereits geschrieben, natürlich auch sein Stellvertreter von der anderen Fraktion und auch der Bürgermeister. Onlineshops füllen meinen Postkasten mit Herzen, Blumen und Rabattgeschenken.

    Auch einige meiner Freunde haben schon im Vorfeld gratuliert. Denn – wie gerne, zu „besonderen“ Geburtstagen – ergreife ich die Flucht. Nicht vor meinem Geburtstag, sondern vor den mir so abstrus erscheinenden Ritualen rundherum. Ich werde das Geld für eine Geburtstagsfeier selbst verprassen! Und mit meinem Mann ganz allein und kuschelig auf einer wunderschönen Terrasse sitzen und mein Glück genießen, in diesem Alter noch genießen zu können.
    Und ganz lieb an meine Familie und meine Freunde denken, die das umgekehrt wohl auch so machen werden. Und sollte wirklich einer vergessen … Es wird mich nicht unglücklicher und nicht älter und nicht jünger machen.

    Wie mich eigentlich nichts älter oder jünger macht. Nicht das rote Haar und nicht die Aussagen jener eh nur in besonderen Notfällen besuchten Ärzte, besser beisammen zu sein als altersadäquat zu sein scheint. Und schon gar nicht ein Geburtstag. Auch kein „besonderer“.

    Jünger.
    Ich möchte nicht jünger sein. Mein Leben ist mit dem Älterwerden immer runder und harmonischer geworden. Viele Sorgen, auch Krankheiten, die mich jahrzehntelang begleiteten, habe ich auflösen können. Die Liebe hat wesentlich mehr Raum bekommen, auch die Kreativität. Mein Bauch ist also größer geworden und mein Kopf leichter. Und damit lässt es sich viel qualitativer leben.
    Ich fühle mich ziemlich unabhängig. Im Zentrum meines Lebens. Das wunderbar bereichert wird durch Menschen, die mir wichtig sind. Und für manche bin ich es auch. Das ist dann ein besonderer Zuckerguss auf meinem Lebenskuchen. Aber abhängig von ihrer Aufmerksamkeit oder Liebe bin ich nicht.

    Ich weiß heute, was ich will. Und danach handle ich. Ich bin die Instanz, die meinem Leben Sinn gibt. Ich lasse mich nicht übermäßig von der Umwelt ängstigen, suche nach den Möglichkeiten, die ich bewirken kann und das bringt Lebensfreude. Ich lasse mich nicht von Meinungen kontaminieren. Sie regen mich lediglich zur Hinterfragung an. Das bringt Offenheit und Flexibilität.
    Die Erfahrungen, die ich mit meiner Art der Lebenseinstellung mache, bringen Spannung in meine Tage. Ballast wirft sich von allein ab und ich bin von Menschen umgeben, die mit mir in irgendeiner Sache an einem Strang ziehen.
    Viele können mit mir nichts anfangen. Aber die Erfahrung zeigte, dass diese nur ein Klotz am Bein wären, die mich eher in die negative Seite der Welt ziehen wollten.
    Und loslassen. Ich kann loslassen! Auch vom eigenen Druck …

    Älter.
    Möchte ich gerne werden. Und doch ist mein Haus bestellt. Müsste ich heute von dieser Welt gehen, dann bleibt nichts Unerfülltes offen. Ich habe keine Wünsche, die sich unbedingt noch erfüllen sollten. Ich verschiebe mein Leben nicht auf „dann“ und „wenn“. Und ehrlich, ob ich 70 oder 100 Jahre alt werde, ist ein Zeitraum, der in der Ewigkeit sowieso verglüht. Deshalb ist das Leben im Hier und Jetzt für mich so wichtig geworden.

    Ach ja. Und manchmal denke ich, nach meinem Vorleben bin ich eh schon 108. Manche wissen es, manche sehen es, ich akzeptiere es. Aber erfreulicherweise spüre ich es nicht.
    Denn ich fühle mich nicht älter und nicht jünger. Ich fühle mich.
    Meine Freunde sind fast alle um gut 15 Jahre jünger und sagen immer: du wirkst ja viel jünger … Dann antworte ich: Ist das von Bedeutung? Und wenn ja, für wen? Für mich nicht. Denn ob ich nun mit 65 aussehe wie 64 oder wie 66, wie 59 oder 72, verglüht in der Ewigkeit ebenfalls.

    Glücklicher.
    Glücklicher kann man nicht sein. Entweder man ist glücklich oder nicht. Ich bin glücklich! Meistens …

    Wer mag, kann mir dazu gratulieren. Aber zum Geburtstag muss es nicht sein. Abgesehen davon, dass ich gar nicht erreichbar sein werde

    lintschi blinkt

    © evelyne w.

     

     
    du sagst: es ist die übermacht.
    ich sage: übermacht? die gibt es nicht.
    du hast die macht. nur du allein.
    für dich und über dich und deinen willen.

    kommt die gewalt, dann kann es sein,
    dass du dich ihr geschlagen geben musst.
    doch macht erreicht sie niemals über dich.

    erst wenn du sie ihr gibst.

    © evelyne w.

     

     
    Sexy. Wenn ich das Wort schon höre …
    Was bedeutet es? Und – was soll es?

    Frauen kämpfen seit Jahrhunderten, davon wegzukommen, dass sie als reine Sexobjekte angesehen – und auch behandelt – werden. Und dann? Pimpen sie ihre Brüste, spritzen ihre Pobacken auf und tragen Kleiderfragmente, die mehr zeigen als verhüllen. Denn das ist angeblich sexy.

    Und wenn ja?
    Wo möchten diese Frauen hin?
    Was möchten sie damit übermitteln?

    Was ist erstrebenswert daran, wenn jeder Mann, der einen ansieht, nur an das Eine denken soll?
    Und verbreiten diese Frauen nicht tatsächlich Aufforderungen?
    Werden sie dann nach diesen Kriterien eingestuft, wie Männer diese Aufforderungen verstehen, dann gibt es Konflikte.
    Aber wer versteht denn hier nicht richtig?

    Männer sind von ihrer Natur aus so angelegt, dass sie die Arterhaltung in ihren Lenden tragen. Sind deshalb auch etwas stärker triebgerichtet als Frauen.
    Frauen sind so angelegt, dass sie Männer anlocken „müssen“, um zur Arterhaltung beizutragen. Und Sex ist prinzipiell die Verbindung zum Zwecke der Arterhaltung.
    Und das ist bei ziemlich allen Säugetieren so. Und mit Säugetieren hat der Mensch ja vieles gemein. Oft auch soziale Rituale.

    Dort, wo der Mensch sich über das Tierhafte erhebt, dort muss die Liebe ins Spiel kommen.
    Und die Liebe erhebt den Sex zu einer einzigartigen Symbiose. Hier finden Frau und Mann ihr Gegenstück, um sich zu einem Ganzen zu vereinen. Nicht nur auf körperlicher Ebene.
    Und das ist für den Menschen sehr wichtig. Weil er über das Bewusstsein das Getrenntsein erfährt und als Urangst in sich trägt.

    Aber da verlieren wir uns zu sehr in wissenschaftlichen oder filosofischen Betrachtungen.
    Und doch. Wird nur auf einer dieser Ebenen Ganzheit erzielt, fehlt das Menschentypische.

    Die Liebe zwischen Mann und Frau braucht keinen trieblichen Anreiz zur Vereinigung. Aber sie hat die wunderbare Möglichkeit, durch Erotik den Geschlechtsakt zum Liebesspiel aufzuwerten.

    Doch wen nun auch nur ein Hauch von Ahnung anweht, der wird sofort wissen: erotisch und sexy sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Also stell ich mir jeden Tag beim Anblick dessen, was uns als sexy vorgeführt wird, die gleiche Frage:
    Was wollen diese Frauen?

    © evelyne w.
     

    Weiter zu Teil II

     

    Nur der Ordnung halber möchte ich hier anmerken:
    Selbstverständlich gilt das auch für Vereinigung gleichgeschlechtlicher Partner in Liebe. Aber ist es nicht so leicht zu erkennen, weil der Aspekt der Arterhaltung nicht in der vorgenannten Form erklärbar scheint. Das ändert aber nichts daran, dass Menschen in dieser Form als männlich und weiblich „angelegt“ sind.
    Doch für die Liebe brauchen auch homoerotische Menschen keinen Sexismus, sondern wie das Wort schon in sich trägt, ist es die Erotik, die ihre Liebe verfeinert, nicht der Geschlechtsakt an sich.

     
    Fortsetzung zu I’m too sexy for … Teil I

    Was mich an diesem ganzen Sexy-Wahn so stört ist ja nicht, dass sich ein paar „Damen“ auf diesen Zug stürzen. Die gehen mich nichts an, die sollen machen was sie wollen. Wie ich irgendwo schon schrieb, wenn eine Frau sich gern als Wichsvorlage zur Verfügung stellen will, dann soll das ihre Freiheit sein, es auch tun zu können.

    Das Traurige ist, dass dadurch die Frauensicht zweigeteilt wird.
    Auf der einen Seite kämpfen Frauen um Gleichberechtigung, um Anerkennung ihrer Fähigkeiten, um FRAU-sein. Wollen dem Machismus weibliche Fähigkeiten entgegenstellen und nicht auf Weibchentum reduziert werden.
    Und auf der anderen Seite werden diese Bemühungen von der eigenen Spezies zutiefst untergraben.

    Und tragisch kann es auch werden. Weil ja Konflikte vorprogrammiert sind. Männer können dies schon ganz anders auffassen, als es die Frauen meinen.
    Nicht dass nun jemand davon ableitet, dass ich Opfern Schuld zuspreche! Jeder erwachsene Mensch muss mit auftretenden Reizen umgehen können und trägt für seine eigenen Handlungen die Verantwortung!
    Aber dass es zu umfassenden Missverständnissen kommen kann, erscheint mir logisch.

    Und was das Faszinierende daran ist – es sind mit Sicherheit nicht nur die dummen Frauen, die sich dieses Mäntelchen umhängen. Oder eigentlich keins 😉

    Kann man bei den Männern, die ihr Sexy-sein in den Vordergrund rücken, doch eher davon ausgehen, dass sie an anderer Stelle wohl ein wenig kurz geraten sind, so ist das bei Frauen absolut nicht der Fall.
    Ich frage mich nur, wieso die Klugheit dieser Damen dann nicht so weit reicht, um die Diskrepanz ihrer Bemühungen zu erkennen und auch wie sehr sie der Fraulichkeit dadurch schaden.
    Wie sehr sie sich dem Chauvinismus als Fraß vorwerfen.

    Auch darf man ja wirklich getrost davon ausgehen, dass Frauen sich nicht für ihre Männer so „sexy“ aufplustern.
    Die meisten Männer sehen ja nicht einmal, wenn Frauen ein neues Kleid oder eine neue Frisur haben. Doch glücklich jede Frau, die von ihrem Mann wahrgenommen wird, wie sie ist und dafür kein Aufputzmittel braucht.
    Und welcher Mann möchte schon, dass seine Frau in jedem anderen sexuelle Wünsche erregt? Genau. Wieder einer der etwas Kurzgeratenen.
    Solche möchten aber die meisten dieser Frauen gar nicht. Denn die wollen ja einen geistvollen und sensiblen und nicht einen, der sie als Besitz ansieht (der dann natürlich prunkvoll sein muss).

    Gut, das ist ein bekanntes Phänomen, dass Frauen sich nicht für ihre Männer schön machen, sondern für andere Frauen. Also muss man auch hier davon ausgehen, dass es ein Amazonenkampf ist.
    Und eines ist auch klar, dass diese gynozentrierte Kampagne von Männern gesteuert wird. Sich die Frauen nach wie vor über ihre Körper in die Machenschaften der Wirtschaftsbosse einbinden lassen.

    Deshalb denke ich, dass es daran liegt, dass die Frauen noch immer nicht ihre Freiheit gefunden haben. Sie möchten nun auf allen Ebenen demonstrieren, DASS sie frei sind.
    Doch sexuelle Freiheit hat mit Zur-Schaustellung und Überbetonung von Geschlechtsmerkmalen absolut nichts zu tun.
    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten dieser Frauen nach wie vor ihre Probleme im Bett und mit ihren Männern haben. Mag allerdings sein, dass es heute andere sind, als früher …
    Das ist nicht von mir, sondern eine alte psychologische Wahrheit.
    Menschen möchten gerne mit dem „Gegenteil“ von ihren Mängeln ablenken. Und weisen in Wahrheit darauf hin. Oft sind das Hilferufe …

    Denn eine wirklich freie Frau braucht solche Mätzchen absolut nicht. Eine Frau, die ihre Schönheit kennt und sich von ihrem Mann geliebt fühlt, die muss sich nicht „schön machen“.
    Und ihre Erotik wird sie mit Sicherheit nur ihrem Mann geben wollen.

    © evelyne w.

     

    und doch so nah

    © evelyne w.

     

     
    Der Tod ist ein Freund. Ein Freund der Liebe.
    Einem Toten kann man reine Liebe schenken.

    Im Leben wird die Liebe abgelenkt von Körperlichkeiten, von Stimmungen, die Kommunikation verlangt den Ausdruck der Liebe.

    Nach dem Tod des geliebten Menschen bleibt nur die Nähe. Das reine Geben dessen, was man in sich findet. Das reine Nehmen dessen, was der Andere geben konnte und es dadurch noch immer kann.

    Die Trauer bezieht sich auf den Verlust des realen Bezugs.
    Menschen kann man nicht besitzen, also kann man sie auch nicht verlieren.
    Auch die Liebe kann man nicht besitzen, also kann man auch sie nicht verlieren.

    Traurigkeit ist ein warmes Gefühl, das Verbindung herstellt, zu dem, weshalb man traurig ist. Tränen spülen die Seele.
    Die Traurigkeit bezieht sich meistens auf die Erinnerung an schöne Zeiten, glückliche Erlebnisse. Und das ist gut und das ist richtig. Und so soll es bleiben. Wenn man diese Traurigkeit annimmt, dann wandelt sie sich langsam und von allein in unüberschattete Liebe, die von Äußerlichkeiten nicht abhängig ist. Die Erinnerungen werden wieder glückhaft empfunden und stellen wieder Nähe her.

    Manchmal bezieht sich der Verlustschmerz auf die Unwiederbringlichkeit der Möglichkeit, Verständigung herzustellen. Aber auch hier ist dieser Verlust im vorangegangen Leben angesiedelt und nicht der Tod ist dafür verantwortlich zu machen. Wer seine Belange rechtzeitig klärt, dem wird auch hier kein Verlust erwachsen.

    Der Umgang mit einem Demenzkranken ist eine gute Vorbereitung auf den Weggang.
    Langsam kommt man auf die Spur, wo es nur Hinwendung zu dem Anderen gibt.
    Weil er nur mehr sich selbst zurückgeben kann.
    Der Verlust findet gemächlich statt, hinterlässt deshalb keine schmerzende Lücke.

    Wer ohne den Anderen nicht leben zu können glaubt, der wünscht sich das sicher nicht mehr, wenn er erkennen muss, wie das Leben des Geliebten immer beschwerlicher wird und keine Hoffnung auf Besserung besteht.
    Man kann zwar lange Zeit dennoch viel Qualität in der Gemeinsamkeit finden, aber wenn nur mehr das Leiden das Leben des Anderen bestimmt, kann man als Liebender diese Egozentrik nicht aufrecht erhalten.
    Die Linderung und Akzeptanz stehen dann wohl im Vordergrund, doch die Wünsche können einfach nicht in die Richtung Verlängerung der Anwesenheit auf der Erde liegen, die dem eigenen Besitzanspruch entsprechen würden.

    Interessant sind für mich auch die Erkenntnisse, wie Menschen mit dem Sterben umgehen.
    Die meisten besetzen das Sterben des Anderen mit der eigenen Angst.
    Die Hinwendung zum Anderen würde diese Angst aufheben. Aber bei Vielen ist die Angst zu groß.
    Was kein Vorwurf ist! Sondern eine Erkenntnis.

    Aussprüche wie „Ich gehe nicht hin, weil ich will ihn/sie so in Erinnerung behalten, wie …“ oder „Es hat ja keinen Sinn, er/sie kriegt ja nix mehr mit“, tun mir persönlich in der Seele weh.

    Einen geliebten Menschen begleiten zu können, ist eine große Gnade. Die vieles von allein relativiert. Man sieht die Veränderung gar nicht, weil die liebende Schau sich auf anderes konzentriert. Man verlangt von dem Sterbenden nicht, dass er aussieht, wie man ihn erträgt. Man trägt mit ihm.
    Und kann deshalb den Wunsch nach Erlösung aus aufrichtigem Herzen wünschen und nicht als Floskel in den Raum stellen, die einen selber noch ängstlicher macht.
    Entspricht sie doch nur dem Wunsch, selber von dem Leiden erlöst zu werden, den Anblick des Anderen ertragen zu müssen.

    Viele Menschen sagen, so oder so möchte ich nicht sterben, das ist menschenunwürdig. Diese Menschen können nicht erkennen, dass auch ein leidvolles Sterben zum persönlichen Weg gehört, der in die Akzeptanz einerseits des eigenen Lebens, wie auch andererseits des eines Anderen, fallen muss, und dass gerade der Mensch dafür ausgerüstet ist, damit liebevoll umzugehen.
    Das ist absolut menschenwürdig!
    Dieser Ausspruch wird einzig davon genährt, dass die große Einsamkeit die eigentliche Angst ist und sie streuen deshalb Floskeln, die sie selber beruhigen sollen. Es aber niemals können.
    Denn in Wahrheit haben sie Angst vor dem, wie sie mit Sterben umgehen und fürchten sich davor, dass es ihnen genauso ergehen wird, sie bestenfalls in die Obhut pflegerischer Betreuung abgeschoben werden. Doch diese große Einsamkeit kommt daher, dass sie selber sie nicht überwinden können. Aber bereits im Leben, nicht erst im Sterben.

    Manchmal trifft es mich auf dem falschen Fuß, wenn ich meinen Weg der Begleitung durch Krankheit, Demenz oder Sterben gehe und mir dann von Jemandem, der an der Tür stehen bleibt und sich dort in Tränen auflöst und wieder davonrennt, sagen lassen muss:
    „Ich bewundere dich. Ich kann das nicht. Ich hab da zuviel Gefühl dafür, bin nicht so hart wie du …“

    Aber nur manchmal, meistens bin ich glücklich, dass ich es anders gelernt habe. Gelernt habe, das Selbstmitleid so gut als möglich aus meinem Leben auszuschalten und es wirklich nur darauf zu reduzieren, wo es auch tatsächlich mich betrifft.
    Und Trauer annehmen zu können, wie sie auch Trost gibt.

    © evelyne w.

     

    zivilcourage
    © evelyne w.

     

     
    der letzte tag
    eines gelebten jahres

    ist nur ein anfang
    wie jeder neue tag

    © evelyne w.