auf dem kreuzweg

Veröffentlicht: 27. März 2013 in Gedichte, Hörtexte, Kritisches, Videos
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kreuzweg - audioversion

 
es trägt die zeit
das kreuz

beugt sich unter
seiner last
stürzt in den schlamm
aus sand und blut
der wunden

die jene
der erde schlugen
die sie geißeln
mit der unverfrorenheit
obszöner schreie
nach der macht

ein opferfest
bricht an mit
tanz auf kahlen hügeln
johlender menge
im gelichterkleid

wird sich das grab
auch diesmal leeren
die menschheit
wie oft noch
zu erretten?

© evelyne w.

 

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Kommentare
  1. Helmut Maier sagt:

    Mir gefällt die kunstvolle Art, in der Du Schreckliches formulierst (und vorträgst!): die obszönen Schreie nach der Macht.

  2. aufschreiende Worte nach dem Sinn von Opfern, immer wiederkehrenden Opfern,
    sinnlos scheinend, unter dem Kreuz gebeugte Opfer, die nur der Form halber
    Jahr für Jahr weiter dargestellt werden – zur Erinnerung?

    Wie heißt es im Lied?
    mein Haupt voll Blut und Wunden…

    schon ein ein einziges Opfer scheint mir zuviel und sinnlos

    der Schmerz ist zu viel
    das Blut zu rot
    und der Mensch ändert sich nicht
    er tobt nach der Macht
    und arbeitet sich gewaltsam
    und unverfroren weiter nach oben

    Du merkst es ganz deutlich, liebe Lintschi, ich habe ,mit jeder Art von Opfer große Probleme, weil es gewaltsame Opfer sind

    Aufrüttelnde Worte von Dir
    und liebe Grüße von Bruni

    • evelyne w. sagt:

      ja, ich merke es, liebe bruni, das arbeitet in dir!
      ich glaube nur, wir sind ein bisschen unterschiedlicher meinung.
      ich meinte nicht die darstellung des jährlichen kreuzweges. ich bin keine praktizierende katholikin (hab „nur“ eine große jesusnähe)

      ich meine, dass das was uns im neuen testament vor augen geführt wird, sich bis in die jetztzeit auf grausame weise wiederholt. täglich.
      und man nur hoffen kann, dass nach dem vielen grausamen tod, der zelebriert wird, sich das grab immer wieder leeren wird und die liebe auferstehen lässt. wie auch jesus …

      zu den opfern – ich sehe nicht, dass opfer sinnlos sind.
      aber sie verlieren dort ihren sinn, wo niemand aus ihrem leiden etwas lernt.
      siehe – wieder einmal – mein flossenbürg-büchlein.

      es gibt keine sinnlosigkeit des leidens. nur, was der mensch daraus macht ist total verfehlt und deshalb sinnlos.

      liebe bruni, ich wünsche auch dir ein schönes osterfest. vielleicht schon mit etwas frühling …

  3. Fini sagt:

    Zitat von Lintschi:
    ich meine, dass das was uns im neuen testament vor augen geführt wird, sich bis in die jetztzeit auf grausame weise wiederholt.
    es gibt keine sinnlosigkeit des leidens. nur, was der mensch daraus macht ist total verfehlt und deshalb sinnlos.
    Liebe Lintschi! Da bin ich ganz bei Dir. In Deinem Gedicht steckt die Wahrheit, die leider nicht alle Menschen wahrnehmen und daraus nicht lernen können und so walten immer noch Kriege über Kriege.
    Du hast es auf sehr kunstvolle Art verpackt, aber die Wahrheit trotzdem deutlich auf den Punkt gebracht.
    Vielen Dank und
    ein schönes Osterfest!
    Fini

    • evelyne w. sagt:

      das problem ist, dass es nur eine wahrheit gibt, aber jeder einen anderen teil davon sieht und deshalb diesen als wahrheit ansieht. und versucht, ihn auf andere menschen zu übertragen, bzw. in sie hineinzuinterpretieren.
      deshalb könnten wir aus der geschichte – und auch aus der religionsgeschichte – so viel lernen. aber …

      danke liebe fini, dir und den deinen ebenfalls ein schönes osterfest!
      liintschi

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