Fortsetzung zu I’m too sexy for … Teil I

Was mich an diesem ganzen Sexy-Wahn so stört ist ja nicht, dass sich ein paar „Damen“ auf diesen Zug stürzen. Die gehen mich nichts an, die sollen machen was sie wollen. Wie ich irgendwo schon schrieb, wenn eine Frau sich gern als Wichsvorlage zur Verfügung stellen will, dann soll das ihre Freiheit sein, es auch tun zu können.

Das Traurige ist, dass dadurch die Frauensicht zweigeteilt wird.
Auf der einen Seite kämpfen Frauen um Gleichberechtigung, um Anerkennung ihrer Fähigkeiten, um FRAU-sein. Wollen dem Machismus weibliche Fähigkeiten entgegenstellen und nicht auf Weibchentum reduziert werden.
Und auf der anderen Seite werden diese Bemühungen von der eigenen Spezies zutiefst untergraben.

Und tragisch kann es auch werden. Weil ja Konflikte vorprogrammiert sind. Männer können dies schon ganz anders auffassen, als es die Frauen meinen.
Nicht dass nun jemand davon ableitet, dass ich Opfern Schuld zuspreche! Jeder erwachsene Mensch muss mit auftretenden Reizen umgehen können und trägt für seine eigenen Handlungen die Verantwortung!
Aber dass es zu umfassenden Missverständnissen kommen kann, erscheint mir logisch.

Und was das Faszinierende daran ist – es sind mit Sicherheit nicht nur die dummen Frauen, die sich dieses Mäntelchen umhängen. Oder eigentlich keins 😉

Kann man bei den Männern, die ihr Sexy-sein in den Vordergrund rücken, doch eher davon ausgehen, dass sie an anderer Stelle wohl ein wenig kurz geraten sind, so ist das bei Frauen absolut nicht der Fall.
Ich frage mich nur, wieso die Klugheit dieser Damen dann nicht so weit reicht, um die Diskrepanz ihrer Bemühungen zu erkennen und auch wie sehr sie der Fraulichkeit dadurch schaden.
Wie sehr sie sich dem Chauvinismus als Fraß vorwerfen.

Auch darf man ja wirklich getrost davon ausgehen, dass Frauen sich nicht für ihre Männer so „sexy“ aufplustern.
Die meisten Männer sehen ja nicht einmal, wenn Frauen ein neues Kleid oder eine neue Frisur haben. Doch glücklich jede Frau, die von ihrem Mann wahrgenommen wird, wie sie ist und dafür kein Aufputzmittel braucht.
Und welcher Mann möchte schon, dass seine Frau in jedem anderen sexuelle Wünsche erregt? Genau. Wieder einer der etwas Kurzgeratenen.
Solche möchten aber die meisten dieser Frauen gar nicht. Denn die wollen ja einen geistvollen und sensiblen und nicht einen, der sie als Besitz ansieht (der dann natürlich prunkvoll sein muss).

Gut, das ist ein bekanntes Phänomen, dass Frauen sich nicht für ihre Männer schön machen, sondern für andere Frauen. Also muss man auch hier davon ausgehen, dass es ein Amazonenkampf ist.
Und eines ist auch klar, dass diese gynozentrierte Kampagne von Männern gesteuert wird. Sich die Frauen nach wie vor über ihre Körper in die Machenschaften der Wirtschaftsbosse einbinden lassen.

Deshalb denke ich, dass es daran liegt, dass die Frauen noch immer nicht ihre Freiheit gefunden haben. Sie möchten nun auf allen Ebenen demonstrieren, DASS sie frei sind.
Doch sexuelle Freiheit hat mit Zur-Schaustellung und Überbetonung von Geschlechtsmerkmalen absolut nichts zu tun.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten dieser Frauen nach wie vor ihre Probleme im Bett und mit ihren Männern haben. Mag allerdings sein, dass es heute andere sind, als früher …
Das ist nicht von mir, sondern eine alte psychologische Wahrheit.
Menschen möchten gerne mit dem „Gegenteil“ von ihren Mängeln ablenken. Und weisen in Wahrheit darauf hin. Oft sind das Hilferufe …

Denn eine wirklich freie Frau braucht solche Mätzchen absolut nicht. Eine Frau, die ihre Schönheit kennt und sich von ihrem Mann geliebt fühlt, die muss sich nicht „schön machen“.
Und ihre Erotik wird sie mit Sicherheit nur ihrem Mann geben wollen.

© evelyne w.

 

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Kommentare
  1. perfectart sagt:

    …eine ganz wunderbare talkshow zu diesem thema, mit hintergründen, wissenschaftliche untersuchungen zur verhaltensforschung, heiteres und wissenswertes, nichts, was wir nicht wüssten, aber alles ein wenig „die eigenen emotionen“ sortierend!

    aber bitte ganz durchhören, manchmal ein wenig oberflächlich, aber letztlich ganz hervorragend in unserer gesellschaft verwurzelt – männer/frauen – einfach fantastisch!

    http://www.ardmediathek.de/das-erste/beckmann?documentId=13339972

    es ist in der ARD-Mediathek

    eine wirklich freie frau, wie du sie ansprichst, wird dann am schönsten sein, natürlich schön sein, wenn sie sich pflegt, schick anzieht und mit sich selbst im reinen ist. dann wird sie geliebt werden. aber das eine bedingt auch das andere.

    liebe grüße
    gabriele

    • evelyne w. sagt:

      genau, liebe gabriele,

      eine freie frau macht das, womit sie sich wohlfühlt.
      und sich zu pflegen bringt ja wohlbehagen, sich hübsch anzukleiden macht freude.
      also ich denke schon, dass man auf sein äußeres ein wenig bedacht nehmen sollte.
      und nicht einfach wie wurzelseppine herumlaufen muss, um freiheit zu demonstrieren.

      aber SO demonstriert man auch keine freiheit!
      ob man sich da wohlfühlt? eingezwängt in wurstkleider, in denen man noch dazu dauernd darauf achten muss, dass nirgends ein allerletzter einblick gewährt wird. oder wurde jahrelang gegen die verkrüppelten zehen der japanerinnen marschiert. und jetzt?

      und ob das schön ist? liegt nicht einmal im auge des betrachters, in diesen fällen …
      denn ich kenne niemanden, dem so ein duckface gefällt.

      ich kann mir nicht vorstellen, dass diese frau das nicht selber sieht.
      ich seh doch auch meine falten, oder mein doppelkinn, wieso sehen die dann nicht das schlauchboot oder die zugewachsenen augen in ihrem gesicht?

      oder wenn ich denke, dass ein mann an so einen busen greift. der kann sich doch auch entspannungsbälle kaufen und diese kneifen …

      und immer wieder stelle ich mir die gleiche frage: warum machen diese frauen das?
      und nicht nur jene, die in der öffentlichkeit stehen, ich sehe sie ja auch im bad oder im supermarkt bereits.
      auf jeden fall die in den „sexy“-fummeln und mit den „geilen“ tattoos.

      wir werden diese frage wohl nie ausreichend beantworten können …

      auch an dich liebe grüße
      lintschi

  2. vera sagt:

    „Doch sexuelle Freiheit hat mit Zur-Schaustellung und Überbetonung von Geschlechtsmerkmalen absolut nichts zu tun.“

    wie wahr, liebe lintschi!
    meine meinung dazu: wir haben bis heute nicht wirklich zu einer befreiten sexualität gefunden, haben noch immer kein gesundes verhältnis dazu, sondern leben nur die zweite seite der selben medaille… die eine seite war die sexuelle unterdrückung von früher, die andere ist die übersexualisierung in allen lebensbereichen von heute, die immer erschreckendere ausmaße annimmt.
    ein körper ist ein dings, das man nach belieben zurecht schnippeln kann, um „sexy“ zu sein… die medien versuchen diesbezüglich durch diverse reportagen eine art normalität herzustellen.

    ganz liebe grüße!
    vera

    • evelyne w. sagt:

      natürlich liebe vera,
      wir sind da eindeutig auf ein und demselben dampfer.

      auch ich finde, dass die sogenannte sexuelle freiheit nur noch mehr abhängigkeit davon gebracht hat. denn jetzt machen sich die frauen selber auch noch druck.
      und die medien … tja, die sind nun einmal die handlanger der wirtschaftsbosse.

      und all die frauen, die weg davon wollten, als objekte angesehen zu werden, machen sich nun selber zu solchen 😦

      ich freue mich sehr, dich hier begrüßen zu können!
      ganz lieben gruß
      lintschi

  3. Fini sagt:

    Ja. Ich bin da ganz veras Meinung und natürlich auch Deiner Lintschi. Deine aussagekräftigen Zeilen bestärken diese Meinung.
    Ich finde diese Entwicklung irgendwie traurig, aber jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich. Die Kassen der Wirtschaftsbosse klingeln besser als je.:-)
    Liebe Grüße
    Fini

  4. ich glaube einfach (Betonung auf einfach), daß es bei uns Frauen so viele verschiedenartige Typen gibt, wie auch bei den Männern, daß es immer DIE geben wird, denen die Gleichberechtigung, die Emanzipation wichtig ist, das Denkenkönnen und trozdem LiebenKönnen (oder gerade deswegen) und die anderen, denen das Weibchentum das einzig Wahre scheint.

    Es wird sie immer geben, es gab sie immer und wir wundern uns weiter darüber und können nicht fassen, was wir sehen, doch wir werden uns damit abfinden müssen, auch wenn sie nicht DIE sind, die echte Weiblichkeit repräsentieren, denn die ist anders.

    Es gibt diesen Typ Frau genau so, wie es den Mann gibt, der darauf abfährt.

    Vielleicht sollten wir uns in Toleranz üben. Dieser Gedanke kommt mir gerade, ich weiß nicht, ob er gut ist, doch er ist da.

    Lieber Gruß von Bruni

    • evelyne w. sagt:

      ja natürlich, man kann ja sowieso nie alle über einen kamm scheren …
      und ich brauche nicht einmal toleranz dafür, weil es für mich klar ist, dass jeder machen muss, was er selber glaubt.
      ich möchte niemandem etwas vorschreiben. sondern ich mache mir halt meine gedanken, warum dies so sein könnte. bin halt eine filosofiererin 😉
      und da ich schreiberin auch bin, müssen halt meine leserInnen auch ran.
      aber prinzipiell sind das gedanken, die ich mir mache, um mich für mich zu positionieren. nicht andere …

      auch zu dir liebe grüße
      und ein herzliches danke für deine kommentare, über die ich mich nicht nur freue,
      sondern die mich auch immer weiter zum nachdenken anregen. und das mag ich sehr!

      • liebe Lintschi,
        ich neige auch sehr zum Philosophieren, es ist auch wunderbar, daß Du diese Gedanken hier zur Sprache bringst, ist es doch ein unendliches Thema, das uns andere (*räusper*) Frauen immer wieder vor ein Rätsel stellt, doch in diesem Falle passe ich lieber. Ich wandere zwar sehr gerne die Wege zum Ergründen mit, aber ich glaube, wir werden hier immer staunend stehen und es nicht fassen können.
        Forschungen darüber gibt es bestimmt viele (vielleicht vor allem auch von Männern? *lach*), doch die Auswüchse, die wir dann wieder zu sehen bekommen, die verblüffen uns immer wieder aufs Neue und wir grübeln …

        Ich komme ja gerade aus diesem Grunde, weil Du aufgreifst!, zu Dir und finde es spannend, was ich hier vorfinde.

        Lieber Gruß von Bruni

      • evelyne w. sagt:

        ich bin ein großer erich-fromm fan
        und zufällig habe ich heute diese aussage von ihm gefunden.

        Zitat aus „Jenseits der Illusionen“ von Erich Fromm:
        Der Mensch, der auf seine Freiheit zu denken und sich für etwas zu entscheiden so stolz ist, ist in Wirklichkeit nur eine Marionette, die an Schnüren hängt, welche von Kräften gelenkt werden, von denen sein Bewusstsein nichts weiß. Um der Illusion willen, er handle aus freiem Willen, erfindet der Mensch Rationalisierungen, die den Anschein erwecken, er tue das, was er tut aus freien Stücken, weil er sich aus rationalen oder moralischen Gründen dafür entschieden habe.

        ja, und dieses thema lass ich nun auch wieder ruhen. so wichtig ist es mir wirklich nicht.
        wir werden schon ein neues finden 😉

        aber ich finde es dennoch faszinierend, was michael mit seiner „schönen plastik in mir an unterschiedlichen gedanken ausgelöst hat.

        danke liebe bruni
        und schönen tag dir!

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