allerheiligen

Veröffentlicht: 4. November 2012 in Gedichte, Philosophische Gedichte, Traurigkeit und Trauer
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blumen tragen sie
und kerzen
leuchtende boten der erinnerung
im hain des friedens
wo all erlitten ungemach
sich in gedenken wandelt
das hier gezeigt
die überlebenden erhellt

schwarz und gebückt
huschen gestalten
auf den pfaden
die von den tränen
des leides
und der lügen
tief gefurcht

die wahrheit ruht
in ewigkeit

amen

© evelyne w.

 

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Kommentare
  1. Traveller sagt:

    ich spüre einiges an Gegensätzen in den Zeilen
    und die letzten Worten „die wahrheit ruht in ewigkeit“ zeigen: hier steckt mehr drin als das Bild eines Gedenktages

    nachdenklichen Gruß
    Uta

    • evelyne w. sagt:

      danke liebe uta!

      gut erkannt! mir gings hier auch gar nicht um den gedenktag, obwohl dieses phänomen da natürlich am häufigsten auftritt.
      doch hier in einem kleinen ort gilt das für das ganze jahr.

      ich wohne nicht weit vom friedhof. und wenn ich dort vorbeigehe, dann huschen immer die dunkel gekleideten alten frauen herum, die in der gräberpflege viel sinn finden.
      wenn man hinter ihre schicksale blickt, erkennt man, dass viele von ihnen in ihren ehen gar nicht glücklich waren. früher ließ man sich einfach nicht scheiden, auch wenn der mann alkoholiker war (wie hier im weinbaugebiet ja oft genug vorkam) oder gewalttätig, was bei den alkoholikern wieder leider auch häufig vorkommt. auch mussten alle ja wirklich schwer arbeiten, oft mehr als die männer.
      aber hier machten und machen sie ihren frieden mit sich und ihrem leben. hier gibt es schulterschluss zu den anderen frauen, dere schicksal meistens ähnlich war. und diese ordnung, blumen und kerzen … ich glaube, sie genießen das. gab es wohl früher nicht oft in ihrem leben.
      und die wahrheit? ist heute eine andere als damals.

      natürlich trauern auch manche wirklich um ihre lieben!

      aber viele kommen hierher, weil sie sich hier mit ihrem schicksal versöhnt zeigen können.

      ich weiß nicht, ob ich das wirklich rüberbringen konnte, aber das waren meine „hintergedanken“
      und ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich nicht von „heuchelei“ spreche. das ist für mich absolut keine.

      danke, dass du dich damit beschäftigt hast!
      lg lintschi

  2. …die Wahrheit ruht in Ewigkeit…
    und da ruht sich recht oder schlecht.
    Was sind sie denn, die Tränen des Leides?
    Sind sie wirklich von Trauer entstellt
    oder doch von der Wahrheit erhellt?
    Eine schwierige Frage, so denke ich und verbleibe nicht für ewiglich, nur bis demnächst.

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